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Art Model AM 7202 Blohm & Voss BV 155 V1, deutscher Höhenjäger aus dem Zweiten Weltkrieg

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Produkttyp: Modellbausatz
Hersteller: Art Model
Artikelnummer: AM 7202
Maßstab: 1:72

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Blohm & Voss BV 155 V1, deutscher Höhenjäger aus dem Zweiten Weltkrieg

Eines der ungewöhnlichsten kolbenmotorgetriebenen Jagdflugzeuge, die während des Zweiten Weltkriegs im Dritten Reich entwickelt wurden, war der schwere Höhenjäger Blohm & Voss BV 155. Die Entwicklung begann 1942, als das Konstruktionsbüro Messerschmitt die Arbeiten am Projekt Me 155 aufnahm. Ursprünglich war die Maschine als Trägerjagdflugzeug für den geplanten Flugzeugträger Graf Zeppelin konzipiert, der jedoch nie in Dienst gestellt wurde. Die Konstruktion stützte sich maßgeblich auf Baugruppen der Bf 109 und umfasste spezifische Marineausrüstung wie klappbare Tragflächen, Katapultbeschläge und einen Fanghaken. Nach dem Baustopp des Flugzeugträgers wurde das Projekt vorerst zurückgestellt.

Später passte Messerschmitt die Me 155 an neue Anforderungen der Luftwaffe an. Gefordert war nun ein schneller, einsitziger Bomber, der in der Lage war, eine 1000 kg schwere SC-1000-Bombe zu tragen. Um die nötige Bodenfreiheit für diese Waffenlast zu gewährleisten, wurde die Trägerausstattung entfernt und die Strebe des Spornrads deutlich verlängert. Kurze Zeit später änderten sich die Prioritäten erneut, und der Fokus verlagerte sich auf die Rolle als Höhenjäger. Im August 1943 entzog das Technische Amt der Luftwaffe aufgrund anhaltender Streitigkeiten zwischen den Entwicklungsteams der Firma Messerschmitt die Projektverantwortung. Die weitere Entwicklung wurde vollständig an Blohm & Voss unter der Leitung von Chefkonstrukteur Richard Vogt übergeben.

Der erste Prototyp mit der Bezeichnung BV 155 V1 absolvierte seinen Erstflug am 1. September 1944. Als Antrieb diente ein Motor vom Typ DB 603 A mit Abgasturbolader, der in 15.000 Metern Höhe eine Leistung von 1.450 PS erbrachte und einen hölzernen Vierblattpropeller mit 3,9 Metern Durchmesser antrieb. Die Bordausrüstung umfasste eine MW-50-Einspritzanlage, eine hinter dem Pilotensitz montierte Reihenbildkamera Rb 50/30 sowie die Funkgeräte FuG 16 ZY (mit Peil- und Entfernungsmesszusatz) und FuG 25a. Der standardmäßige Kraftstoffvorrat in den Rumpftanks betrug 600 Liter, was durch den Einbau eines Holmtanks auf 1.200 Liter verdoppelt werden konnte. Die aus Stahlblech geschweißte Druckkabine diente zugleich als tragende Struktur für die Motor- und Turboladeraufhängung. Ein vom Motor angetriebener Lader hielt in Verbindung mit einem speziellen Gebläse den Kabineninnendruck bis zur Dienstgipfelhöhe konstant auf einem Wert, der einer Höhe von 7.500 Metern entsprach.

Die Flugerprobung des zweiten Prototyps, der BV 155 V2, begann am 8. Februar 1945. Da der Motor der ersten Maschine beim Start kritisch überhitzte, wurden die Kühler bei der V2 in die Tragflächen verlegt, dort in einem steilen Winkel angeordnet und in ihrer Gesamtfläche vergrößert. Zunächst hatte man diese Positionierung vermieden, da befürchtet wurde, dass die ausgefahrenen Fahrwerksfederbeine beim Start die Luftströmung abschatten könnten. Windkanalversuche zeigten jedoch, dass nach der Entfernung des Einzugszylinders des Hauptfahrwerks keine Gefahr eines Strömungsabrisses im Kühler mehr bestand. Nach diesen Modifikationen galt die V2 als Muster für die geplante B-Serie.

Dennoch betrachteten Richard Vogt und sein Konstruktionsteam die Grundauslegung als unzureichend und legten dem Technischen Amt einen tiefgreifend modernisierten Entwurf vor – das Projekt 205. Diese Modifikation sah den Einbau eines DB-603-U-Motors in Verbindung mit dem mechanischen Lader des DB 603 E (mit einer Untersetzung von 2,07:1) unter Beibehaltung des Abgasturboladers TKL 15 vor. Die Konstrukteure integrierten ein kompakteres Flüssigkeitskühlsystem, das sich am Kühler des Jagdflugzeugs Ta 152 orientierte. Hinter der Tragflächenhinterkante wurden zwei große Lufteinlässe positioniert. Der rechte versorgte den Turbolader, während der linke einem Wärmetauscher Luft zuführte; die Abluft trat durch einen Schlitz hinter dem rechten Einlass aus. Nach der Verdichtung im Kompressor durchströmte die Luft einen Ladeluftkühler im unteren Kühlergehäuse, bevor sie in den Ansaugkrümmer gelangte. Rumpf, Kabine und Höhenleitwerk blieben weitgehend unverändert, lediglich die Höhenflossenstreben wurden entfernt. Das Seitenleitwerk wurde hingegen vergrößert und neu geformt.

Die Produktionspläne sahen die Fertigstellung des ersten Vorserienflugzeugs BV 155 C-01 (V4) für April 1945 vor, die C-02 sollte im Mai und die Maschinen C-03 sowie C-04 im Juni folgen. Die Fertigung endete jedoch abrupt, als alliierte Truppen im April 1945 das Flugzeugwerk von Blohm & Voss in Finkenwerder besetzten. Der unvollendete dritte Prototyp wurde nach Großbritannien überführt und dort von Experten des Royal Aircraft Establishment in Farnborough einer ersten Begutachtung unterzogen. Später wurde die Flugzeugzelle zur umfassenden technischen Analyse in die USA verschifft. Heute befindet sich dieses historische Flugzeug in der Sammlung der Smithsonian Institution in Maryland, USA.

Technische Daten der Blohm & Voss BV 155

  • Länge – 12,00 m
  • Spannweite – 20,5 m
  • Höhe – 2,98 m
  • Höchstgeschwindigkeit – 690 km/h
  • Reichweite – 1.440 km
  • Dienstgipfelhöhe – 17.000 m

Bemalungsvarianten:

  • Balkenkreuz ohne schwarzen Rand
    Blohm & Voss BV 155 V1, W.Nr. 360051, Werksflugplatz Finkenwerder, Ende 1944
Produkttyp:
Modellbausatz
Zustand:
Neu
Maßstab:
1:72
Hersteller:
Art Model
Artikelnummer:
AM 7202
Herkunftsland:
Ukraine
Modelltyp:
Multimedia
Maße:
29 × 17 × 5 cm
Inhalt:
Kunststoffteile, Klarsichtteile, Resinteile, Decals, Anleitung, farbiges Beiblatt, Karton
Teileanzahl:
51 Teile
Bemalungsvarianten:
1
Nationalität:
Deutschland
Epoche:
Zweiter Weltkrieg (1939–1945)
Schwierigkeitsgrad:
4/5 Könner