Mikojan-Gurewitsch MiG-23PD, sowjetisches experimentelles STOL-Jagdflugzeug
Die sowjetische Staats- und Parteiführung erteilte im Dezember 1963 offiziell den Auftrag zur Entwicklung eines Frontjägers der nächsten Generation. Angetrieben von den Vorgaben der Luftstreitkräfte nach einem Kampfflugzeug, das auch von extrem kurzen, provisorischen oder nach Angriffen beschädigten Pisten operieren konnte, verfolgte das Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch zwei Lösungsansätze: Neben einer Auslegung mit veränderlicher Tragflügelgeometrie (Projekt 23-11) untersuchten die Ingenieure eine Variante mit zusätzlichen Hubtriebwerken.
Um dieses Kurzstartkonzept zunächst praktisch zu erproben, griff das OKB auf eine serienmäßige MiG-21S zurück. Diese wurde mit einem 90 Zentimeter langen Rumpfzwischenstück hinter der Kabine versehen, in dem zwei Hubstrahltriebwerke vertikal montiert waren. Dieser Versuchsträger, geführt unter der internen Bezeichnung „Erzeugnis 23-31“ (auch Je-7PD), absolvierte am 16. Juni 1966 seinen Erstflug.
Die Fertigung des eigentlichen Prototyps 23-01 (Bordnummer 23) lief parallel ab März 1966 und war nach acht Monaten abgeschlossen. Das Flugzeug wies im Gegensatz zum umgebauten Prüfstand einen völlig neu konstruierten Rumpf mit halbrunden, seitlich angeordneten Lufteinläufen auf. Diese Architektur hielt den Bugbereich vollständig frei, um künftig eine leistungsstarke Radaranlage aufnehmen zu können. Die aerodynamische Auslegung des Tragwerks blieb dem Konzept der MiG-21 treu: Der Mitteldecker verfügte über einen Deltaflügel mit 57° Vorderkantenpfeilung, dessen Fläche jedoch zur Verbesserung der Langsamflugeigenschaften um 73,6 Prozent auf 40 m² vergrößert wurde.
Als Antrieb diente eine kombinierte Anlage. Den Marschschub lieferte ein R-27F-300-Triebwerk aus dem OKB Tumanski mit 5.200 kp Trockenschub und 7.800 kp bei zugeschaltetem Nachbrenner. Der Vertikalschub wurde von zwei Hubtriebwerken des Typs Kolesow RD-36-35 mit je 2.350 kp erzeugt, die nahe dem Schwerpunkt senkrecht im Rumpf installiert waren. Ihre Luftzufuhr geschah über Jalousieklappen auf dem Rumpfrücken. Die Austrittsgase wurden durch verstellbare Lamellen an der Unterseite gelenkt, die den Schubvektor beim Startlauf zur Vorwärtsbeschleunigung nach hinten neigen konnten. Der Betrieb der Hilfsaggregate war strikt auf die Start- und Landephase beschränkt. Zusätzlich kam ein System zur Grenzschichtbeeinflussung zum Einsatz, bei dem hochverdichtete Zapfluft des Haupttriebwerks über die Landeklappen geblasen wurde. Im Zusammenspiel mit dem Hubschub reduzierte sich die Startstrecke des Jägers auf 180–200 Meter.
Am 3. April 1967 startete Testpilot Pjotr Ostapenko mit der 23-01 zum Jungfernflug. Bereits am 9. Juli desselben Jahres fand die öffentliche Vorführung im Rahmen der Luftparade in Domodedowo statt, wo die Kurzstarteigenschaften praktisch demonstriert wurden. Die militärische Auslegung sah zwar eine interne Maschinenkanone und Lenkwaffen vor, der Prototyp selbst flog jedoch unbewaffnet. Im Radom befand sich anstelle des Zielkomplexes umfangreiche Telemetrie- und Messtechnik.
Die im Herbst 1967 abgeschlossene Flugerprobung zeigte schließlich auf, dass diese technische Lösung eine Sackgasse darstellte. Die Vertikaltriebwerke beanspruchten wertvolles Rumpfvolumen, schränkten sowohl Treibstoffkapazität als auch Waffenlast massiv ein und wurden nach dem Übergang in den Horizontalflug als reiner Ballast mitgeführt. Folgerichtig stellte man das Projekt ein und konzentrierte alle Ressourcen auf den parallel entwickelten Schwenkflügeljäger Mikojan-Gurewitsch MiG-23-11.
Technische Daten der Mikojan-Gurewitsch MiG-23PD
- Länge – 16,80 m
- Spannweite – 7,72 m
- Flügelfläche – 40 m²
- Maximale Startmasse – 18.500 kg
- Antrieb – 1 × Strahltriebwerk Tumanski R-27F-300 mit 7.800 kp Nachbrennerschub, 2 × Hilfshubtriebwerke Kolesow RD-36-35 mit je 2.350 kp Schub
- Höchstgeschwindigkeit – 1.600 km/h
- Dienstgipfelhöhe – 20.300 m
- Besatzung – 1
- Vorgesehene Bewaffnung – 1 × 23-mm-Maschinenkanone GSch-23, 2 × Luft-Luft-Lenkwaffen mittlerer Reichweite K-23 (1 × radargelenkte K-23R und 1 × infrarotgelenkte K-23T)
- Produkttyp:
- Modellbausatz
- Zustand:
- Neu
- Maßstab:
- 1:72
- Hersteller:
- Art Model
- Artikelnummer:
- AM 7208
- Herkunftsland:
- Ukraine
- Modelltyp:
- Multimedia
- Maße:
- 11 × 23 cm
- Inhalt:
- Kunststoffteile, Klarsichtteile, Resinteile, Decals, Anleitung, Karton
- Teileanzahl:
- 74 Teile
- Bemalungsvarianten:
- 1
- Nationalität:
- UdSSR
- Epoche:
- Kalter Krieg (1946–1991)
- Schwierigkeitsgrad:
- 4/5 Könner


